Klatsch und Tratsch im Berliner Großstadtdschungel

Wo viele Menschen auf einem Haufen zusammentreffen, wie in der Großstadt Berlin, können die Spatzen einiges von den Dächern pfeifen, was vielleicht nicht mal die neugierige Nachbarin erfahren sollte. Denn auch, wenn aufgrund der Menschenmassen eine Anonymität in der Stadt vorherrscht, gelangen kleine Heimlichkeiten doch immer wieder ans Licht. Wie auch ich auf meinem letzten Berlin-Trip erfahren durfte: Irgendwann kommt alles heraus,  denn auch in noch so großen Blockhäusern gibt es viele Menschen die genau wissen, dass der nette neue Nachbar seinen Aufenthalt im Gästeapartment nicht nur für seinen Beruf, sondern auch für eine Affäre nutzt, oder dass die junge Frau, die in der Bahn immer so nett lächelt, abends als Stripperin im Lokal steht. Auch bei den Kleinen geht das schon los. Es dauert nicht lange und der halbe Hinterhof kennt das große Geheimnis, das Julia Leon auf der Federwippe erzählt hat. Ein Indianerehrenwort gilt da wirklich nicht mehr viel…

Geplaudert wird überall und auch Gerüchte verbreiten sich schnell. Ist man betroffen, kann man dann nur dazu stehen, dass einen das Lottofieber gepackt hat und man sich deshalb für die Zahlen der letzten Lottoziehung immer brennend interessiert, oder man versteckt sich gleich ganz zu Hause in seinem Apartment. Das hilft am Ende aber auch nichts. Denn wenn man gar nichts erzählt und ein Geheimnis aus allem macht, macht man sich erst recht verdächtig. Umso lauter pfeifen die Spatzen die Schwächen und Laster dann von den Dächern, sodass man seine Karten lieber gleich offen auf den Tisch legt. Dann ist das Rätsel gelüftet und die Tratschtanten müssen sich ein anderes spannendes Thema suchen. Das heißt natürlich nicht, dass man sich vollkommen entblößen muss. Jeder sollte sich einzelne kleine Geheimnisse bewahren, die nur er selbst kennt. Doch man sollte sich auch nicht komplett in Watte hüllen.

Schon immer gab es neugierige Menschen, die ihren Buschfunk im Hausflur verbreiteten, so wie es viele Senioren auch heute noch machen. Manchmal ist es dagegen ganz spannend, nicht genau zu wissen, was der Nachbar eigentlich beruflich macht… aber wenigstens darüber bescheid wissen, ob er schon vergeben ist oder nicht, wäre ja doch ganz schön. Vielleicht pfeifen es ja die Spatzen von Berlins Dächern!

Aktualisiert am 8. Oktober 2015
Kategorie Allgemein

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar · TrackBack · RSS Comments

Schreibe einen Kommentar